Anton Mühlbacher

Schneidergehilfe. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1901    † 1943

 

Herkunft, Beruf, Mitgliedschaften, Februarkämpfer, Flucht zum Eisenpass

Anton Mühlbacher wurde am 13.11.1901 in Freidorf/Deutschlandsberg geboren. Er arbeitete als Schneidergehilfe in Kapfenberg. Er war Mitglied der freien Gewerkschaft, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und des republikanischen Schutzbundes. 1934 war er Teilnehmer an den Februarkämpfen. Er flüchtete mit Koloman Wallisch zum Eisenpass.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 7. 10. 1942 wurde Anton Mühlbacher verhaftet und am 6. 4. 1943 in Graz gemeinsam mit Johann Pölzhofer und Johann Brunnhofer (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 1.7.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Mühlbacher wurde im Juni 1942 von der ihm seit langem bekannten Josefine Fellinger aus Kapfenberg, einer Mitarbeiterin von Franz Hieblinger, zu monatlichen Spenden zwecks Unterstützung der Angehörigen politischer Häftlinge aufgefordert. Er erklärte sich hierzu bereit und wurde von ihr zu einer Besprechung in ihrer Wohnung eingeladen. Da er nicht kam, wurde er bald darauf von Franz Hiebler aufgesucht und von diesem zur Mitarbeit in dessen Organisation angeworben. Hiebler setzte ihm dabei Zweck und Aufbau der Organisation auseinander, sprach neuerlich mit ihm über die Notwendigkeit der Unterstützung der Familien verhafteter Kommunisten, nannte einige Frauen, denen solche Unterstützungen zukommen sollten, und ersuchte ihn, sich mit Pölzhofer im Kindtal, den Mühlbacher noch nicht kannte, ins Einvernehmen zu setzen, damit dieser ihm die Parteigelder, die er besitze, für diese Unterstützung aushändige.“

Gedenkstein, Benennung einer Verkehrsfläche nach Anton Mühlbacher

Sein Name steht auf dem 1954 enthüllten Gedenkstein am Kapfenberger Friedhof; seit 1945 ist in Kapfenberg eine Straße nach ihm benannt (Anton-Mühlbacher-Straße).

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen